Eigentlich wollte ich einen Blog schreiben. Nicht mich auf Social Media herumtreiben.

Social Media stresst mich. Alles geht so schnell. Die Videos sollen kurz sein und müssen dabei so viel können. Damit sie erfolgreich sind. Oder überhaupt angesehen werden.

Eigentlich wollte ich einen Blog schreiben, doch dann brauchte ich dringend Aufträge und dachte ich schalte mal eine kleine Werbeanzeige. Ich brauch ja nicht viel.

So hat das begonnen, mit dem Social Media. Ich weiß gar nicht, warum ich noch dort bin. Auf meine Werbeanzeige hat sich niemand gemeldet.

Ich weiß, warum ich noch dort bin. Ich dachte ich könnte es besser machen.

Ich kann es auch besser machen. Ich weiß, welche Fehler ich gemacht habe.

Der erste Fehler war, dass ich das, was ich beworben habe, gar nicht wirklich machen wollte. Ich dachte einfach das wäre der leichtere Weg für mein kurzfristiges Ziel.

Ich will nicht über Social Media und Werbeanzeigen schreiben. Das stresst mich.

Da ist so viel. Dazu habe ich so viele Gedanken, die mich beschäftigen.

Doch es sind nicht die Gedanken, die ich denken möchte. Es sind die, die mich hier festhalten, obwohl ich da nie sein wollte.

Ich wollte einen Blog schreiben.

Wollte ich das?

Ich wollte Kunden haben für mein neues Projekt.

Wollte ich das?

Ich wollte Menschen, die mit mir meine Arbeit machen wollen.

Ich wollte Menschen, die ihr Inneres erforschen wollen.

Ich wollte mit Menschen ihr Inneres erforschen, die das auch so spannend finden wie ich.

Das wollte ich.

Wenn ich dazwischen einfach am Waldboden liegen und in den Himmel schauen könnte, anstatt drinnen zu sitzen und mir zu überlegen, wie ich zu diesen Menschen komme, ich würde es tun.

Auf dem Boden zu liegen ist im Moment meine absolute Lieblings“tätigkeit“.

Am liebsten liege ich im Wald. Im Wald, bei alten Bäumen.

In einem Wald, mit alten Bäumen, auf Moos.

Und keinen anderen Menschen.

Sonst komm ich mir komisch vor dabei auf dem Boden zu liegen. Dann habe ich Angst, dass mich jemand anspricht und meine Ruhe stört.

Warum sitze ich eigentlich hier und schreibe das, wenn ich genausogut draußen in der Wiese liegen könnte? Die Sonne scheint. Es ist nicht Wald, aber auch nicht schlecht. Ziemlich gut sogar.

Manchmal, wenn ich in den Wald gehe – das ist noch nicht lange so. Das hat erst vor Kurzem begonnen – dann will ich mich hinlegen. Und wenn ich mich hinlege, dann werde ich ganz wehmütig. Und traurig. Weil ich kein Baum bin.

Ich wäre so gern ein Baum im Wald. Da würde ich zwischen anderen Bäumen stehen und mich sanft im Wind wiegen. Unsere Äste ineinander gehakt.

Wir wären verbunden. Durch ein unterirdisches Netz an Wurzeln, immer im Kontakt.

Ich hätte ganz viele Haustiere, die sich um sich selbst kümmern. Manchen bin ich ein Zuhause, anderen Nahrung, wieder anderen biete ich Schutz. Sichtschutz. Windschutz. Regenschutz.

Ich wäre Teil von etwas, ohne mir überlegen zu müssen, ob es vielleicht woanders besser wäre.

Ich bräuchte nichts tun. Alles was passiert, passiert von alleine.

Ich weiß nicht, wie es für einen Baum ist, wenn der Nachbarbaum gefällt wird. Erst kommen große Maschinen und drücken den Boden zusammen. Dann schneiden sie tief in ihn hinein, bis sein Oben und Unten voneinander getrennt sind und er umfällt. Mit all seinem Gewicht donnert er neben mir zu Boden. Die Wurzeln noch am Leben. Wie die wohl reagieren?

Jetzt berühren mich seine Äste nicht mehr und neben mir ist ein Loch. Leere.

Oder wenn ich so ein kümmerliches Bäumchen wäre, das sich hier offensichtlich nicht wohlfühlt, aber der Samen ist aufgegangen und jetzt wächst da so ein einzelner, langer Ast nach oben, in der Hoffnung irgendwann Licht zu bekommen.  Überwuchert von irgendwelchem Gestrüpp, das mir die Nährstoffe streitig macht. Ich bekomme grade so viel, dass es zum Überleben reicht. Hin und wieder steck ich all meine Kraft in ein paar Blüten in der Hoffnung, dass ihre Samen weitergetragen werden, an einen anderen Ort, an dem es ein bisschen leichter ist.

Dann bin ich wieder genau da, wo ich jetzt auch bin.

Vielleicht hat man es als Baum auch nicht so leicht.

Oder es hängt nicht davon ab, ob man ein Baum ist oder ein Mensch.

Vielleicht hat es mehr mit der Einstellung zum Leben zu tun. Vielleicht ist es ganz leicht und ich sehe es einfach gerade nicht.

Dann wäre ich doch wieder lieber ein Baum.

Ein Baum im Wald.

Vor einem Jahr noch, hätte ich das nicht veröffentlicht. Hätte ich es noch nicht einmal am Computer geschrieben. Doch heute, heute lechze ich danach etwas in dieses Internet zu bringen, bei dem ich mir nicht überlgt habe, ob es jemanden interessiert. Bei dem ich nicht die KI gefragt habe, ob das so passt und ob man mich versteht und ob da Rechtschreibfehler drin sind.

Komisch finde ich das.

Dass mir das so wichtig ist. Weil ich in meinem Content ohnehin nicht sehr kompromissbereit bin. Die meisten KI-Vorschläge, wie ich etwas besser machen könnte, lehne ich ab. Ich weigere mich Problemmarketing zu machen und wende so Vieles, was ich weiß, nicht an, weil ich einfach nicht will. Weil es sich dann nicht mehr nach mir anfühlt.

Warum dann?

Ich lechze nach etwas, das nichts will. Das sich nichts erhofft. Das keinen Zweck erfüllen muss.

Vielleicht ist das mein Blog. Vielleicht ist der nur für mich.

So ein einzelner Baum ist auch schön.