Heute Morgen hatte ich einen Haufen Ideen für Blogposts, über die ich schreiben wollte.

Ich hatte schon Formulierungen im Kopf und bin von einem Thema zum anderen gekommen – alle großartig natürlich. Als ich es endlich geschafft hatte mich an den Computer zu setzen und Word aufzumachen, habe ich angefangen, an der Grafik eines Dokumentes, das ich für eine Kundin zusammengeschrieben habe herumzubasteln. (Es war noch offen.) Ich wollte, dass es besser zur Webseite passt. Dabei stoße ich natürlich an technische Schwierigkeiten und meinen Hass auf Word – danke Chat GPT, ich liebe dich! Die Idee, die ich hatte, sieht scheiße aus. Ich bastel noch an der Schrift vom Logo rum, am Ende finde ich, dass ich keine Grafikerin bin und nicht wirklich weiß, was ich tue, und frage mich, ob ich mich traue, mein Rumgepfusche meinem Grafiker Marko zu zeigen, damit er meine Ideen real machen kann.

So. Diesmal mache ich alle Files zu, an denen ich grade arbeite, damit ich nicht mehr abgelenkt werde. Was ich an Word mag, ist, dass es so viele Möglichkeiten bietet. Letztens habe ich festgestellt, dass ich meine Menüleiste anpassen kann. Das ist super, ich fühl mich von der nämlich ziemlich überfordert. Da ist so viel. (Grade überlege ich, die Autokorrektur auszuschalten, weil mich die roten und blauen Striche auch abzulenken scheinen.) Also beginne ich meine Menüleiste zu optimieren. Ich verwende sicher keine Schrifteffekte mit Schatten, die leuchten und glitzern. Das sind 3 Knöpfe, die ich streichen kann. Dazu muss ich den ganzen Menüpunkt rausnehmen und einen benutzerdefinierten neuen anlegen. Okay. Ich drücke auf Speichern. Aha. Das hat sich nicht so entwickelt, wie ich dachte. Jetzt sind alle Knöpfe viel größer und nicht mehr so gruppiert wie vorher. Ich kann nicht mehr einfach auf linksbündig drücken, weil das jetzt in einem eigenen Ordner ist. Doof. Ich kann’s einfach zurücksetzen. Oder ich mach aus „Absatz“ auch eine eigene Gruppe.

Hmmm. Ich weiß nicht, ob ich das so mag. Egal! Ich wollte was schreiben. Ich hatte so Lust drauf. Was wollte ich nochmal schreiben? In meinem Kopf sieht jetzt alles anders aus als vorher.

Gestern habe ich einer Kundin geschrieben, die sich von ihrem Perfektionismus zurückhalten lässt. Als Beispiel hat sie mir erzählt, dass sie so lange gebraucht hat, um sich für eine Domain zu entscheiden. Meine Antwort war, dass es definitiv besser ist, was rauszuhauen, als sich ewig mit Details aufzuhalten – better done than perfekt – dass ich allerdings ihr Beispiel mit ihrer Domain nicht schlimm finde. Immerhin geht es da um den Namen ihrer Firma und der ist keine Kleinigkeit. Damit darf man sich – finde ich – ruhig etwas länger beschäftigen. Wenn sie hingegen 3 Tage überlegen würde, ob sie Himmel- oder Babyblau für den Header ihrer Webseite verwenden soll, sieht die Sache schon anders aus. Ich habe ihr geraten genau zu beobachten, was die Dinge sind, die sie aufhalten.

Jetzt beobachte ich mich und frage mich – wo ist die Grenze?
Und worüber wollte ich nochmal schreiben…?