Disclaimer: In ungefilterte Gedanken spricht oft ein innerer Anteil. Der bekommt die Bühne, wie schon gesagt, ungefiltert. Das sind Anteile, die ich normalerweise entweder unterdrücke oder die sich zumindest nicht in der Öffentlichkeit ausdrücken dürfen.
Sie sind oft düster. Oder genervt. Wenn du dich von solchen Gedanken getriggert fühlst und nicht getriggert werden möchtest, lies lieber einen Artikel in einer anderen Kategorie.
Du liest hier, was ich sonst als Journaling-Praxis für mich ganz privat schreibe. Warum ich es online stelle, weiß ich selbst nicht so recht. Vielleicht als persönliches Experiment. Vielleicht als Rebellion gegen alles Marketing. Vielleicht auch aus einem ganz anderen Grund. Könnte mal eine Entdeckungsreise dahin machen. Es gibt so viel zu entdecken…

Nun zum eigentlichen Beitrag:

Mein Leben macht mir keinen Spaß.
Sicher auch, weil ich kein Geld für lustige Sachen hab. Aber das ist nicht der Grund. Ich erinner mich an einen Tag, an dem ich die größte Freude dabei empfunden habe, Ameisen zuzusehen, wie sie sich mit einem Marienkäfer um Blattläuse gestritten haben.
Ich brauch kein Geld.

Mein Leben macht keinen Sinn.
Jetzt könnte man meinen, dass das das Problem ist. Doch ich kenne mich gut genug. Sinn ist nur ein Pflaster. Ich könnte das sinnbehaftetste Leben aller Zeiten führen und hätte grade trotzdem keine Freude dran. Vermutlich würde ich dann meiner großen Verantwortung die Schuld geben. Ich würde behaupten, dass es eine zu große Last für mich ist, eine Rolle im Leben von so vielen Menschen zu spielen. Dass ich mich davon eingesperrt fühle.
Ich würde mich nach Freiheit sehnen.
Ich bin zu nichts gut und wäre ich zu was gut, würde mir das auch am Arsch gehen.

Ich hab einfach keine Lust.
Ich hab Energie. Ich erinner mich an Zeiten, in denen ich mich genau so gefühlt habe, da konnte ich nicht aus dem Bett aufstehen. Den Arm zu heben habe ich als extreme Anstrengung empfunden.
Ein bisschen wünschte ich, es würde mir jetzt auch so gehen. Dann bräuchte ich mir nicht zu überlegen, was ich mit mir, meinem Leben und diesem Tag anfangen soll.
Doch ich habe Energie.
Ich könnte aufräumen. Ich weiß, dass es mir dann besser gehen würde.
Zumindest würde ich mich wohler fühlen.
Ich mag aber nicht.
Der Hund muss raus. Dagegen kann ich mich nicht wehren. Das wird passieren. Und dann geht es mir vielleicht anders.

Ich will aber gar nicht, dass es mir anders geht.
Ich zöger den Spaziergang hinaus, weil ich nicht will, dass sich meine Stimmung ändert. Ich will nichts tun.
Gerade hatte ich einen Faden, doch ich tippe zu langsam. In der Zwischenzeit habe ich ihn verloren. Vielleicht kommt er wieder…

Ich wünschte, ich wäre nicht so alleine.
Ich wünschte es wäre jemand hier, der mich über alles liebt.
Nicht, weil ich nicht gerne alleine bin.
Natürlich fühlt es sich schön an geliebt zu werden. Am schönensten.
Doch das ist nicht der Grund, warum ich mich gerade danach sehne.
Ich will Liebe fühlen. Und wenn jemand anders da ist, der das für mich übernimmt, dann muss ich mich nicht damit auseinandersetzen, dass ich mich selbst nicht liebe. Oder nicht genug liebe. Jetzt gerade nicht genug lieben kann, sollte es richtigerweise heißen.

Ich hasse Selbstliebe.
Ich hasse sie, weil sie schwer ist.
Ich hasse sie, weil sie notwendig ist.
Ich hasse mein Leben dafür, dass ich das weiß.
Ich hasse meine ewige Suche nach der Wahrheit dafür, dass sie mir das gezeigt hat.
Ich hasse mein Leben.
Ich hasse mich.
Ich hasse mich dafür, dass ich mich nicht lieben kann.
Ich hasse mich dafür, dass ich mich jetzt gerade nicht genug lieben kann.
Ich hasse, dass ich das für mich klarstellen muss.
Ich hasse, dass ich Liebe darin spüre, das klarstellen zu müssen.
Ich hasse diese Liebe dafür, dass sie meinen Hass ein bisschen weicher macht.
Ich hasse meine Familie dafür, dass sie mich nicht genug lieben.
Ich hasse meine Familie dafür, dass sie nicht dazu in der Lage sind, mir ihre Liebe auf eine Weise zu zeigen, die für mich wichtig wäre.
Ich hasse es, dass ich mir schwer tue, über meine Familie zu schreiben.
Ich hasse es, dass ich sie beschützen will.
Ich hasse es, dass ich sie beschützen will, aber mich nicht.

Ich mag, dass ich mich nicht beschützen will.
Das macht mich ehrlicher. Echter. Bringt mich in spannende Situationen. Bringt große Liebe, die nicht bleibt.
Ich hasse es, dass ich mich mag.
Es wäre viel leichter, wenn ich mich für eine Seite entscheiden könnte.
Ich hab nicht das Gefühl, dass das heute einen Abschluss finden wird.

Ich hab keine Lust mehr zu schreiben.
Die Sonne scheint.
Heute hat es geregnet. Es hat lange nicht geregnet.
Die Welt ist schön.
Ich hasse die Welt dafür, dass sie schön ist.
Ich wär viel lieber traurig.
Wenn ich traurig bin, muss ich nichts machen. Dann bin ich beschäftigt mit traurig sein.
Ich mag die Sonne auf meiner Haut spüren. Ohne Sonnencreme. Ich hasse Sonnencreme.

Ich hasse, dass ich das Leben liebe.
Ich wusste gar nicht, dass ich das Leben liebe.
Warum hab ich dann keine Lust drauf?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es noch nicht.
Vielleicht weiß ich es und will es nicht wissen.
Vielleicht weiß ich es und es macht keinen Unterschied.
Ich dachte, es liegt vielleicht an meiner fehlenden Energie. Dass ich deshalb keine Lust auf’s Leben hab. Doch jetzt hab ich Energie. Und immer noch keine Lust.

Ach ich hab mir die Antwort ja oben schon gegeben. Ich liebe mich nicht genug. Wollt ich wohl wieder vergessen. Das will ich auch wirklich nicht wissen. Es gibt Pillen, die kann man nehmen. Ecstasy zum Beispiel. Vielleicht gibt’s auch legale. Ich will keine Pille nehmen. Ich will mich ja gar nicht lieben. Doch. Ich will.
Ich weiß nur nicht wie. Ich hab mich schon mal geliebt. Ich hab sogar extra Liebe gehabt. Das hat sich angefühlt wie bei den Bussibären, wenn sie ihre Superkräfte ausstrahlen. Eigentlich kann ich mich gar nicht erinnern an die Bussibärenbande.
Ich hab nur dieses Bild im Kopf. Vielleicht find ich es für’s Beitragsbild.
Ich schau mal.
Unter Bussibärenbande hab ich nichts gefunden. Vielleicht weil sie Bussibärchenbande heißen. Aber unter Care Bear umso mehr. Ganz speziell hab ich nach dem Care Bear Stare gesucht. Den hat’s also tatsächlich gegeben. Und uiuiui kann man da wieder im Rabbit Hole verloren gehen. Es gibt natürlich Care Bear Fanseiten und alles Mögliche, was man nicht für möglich oder nötig hält.
So kann man sein Leben auch verbringen. Damit Bilder aus der Kindheit im Internet zu suchen und dann alles über eine längst vergangene Kinderserie zu erfahren, die heute gar nicht mehr relevant im eigenen Leben ist.
Warum? Warum macht man das? Wo doch das Leben angeblich so kurz ist?


Ich zeig dir die anderen Bilder auch noch:

Vor allem das letzte Bild löst in mir Erinnerungen aus.

Ja, auf jeden Fall, so hab ich mich gefühlt. Für Wochen. Und dann war es wieder weg. Und ich weiß nicht, wie ich es zurück bekommen. Ich will es zurück. Ich will mich wieder so fühlen.

In den letzten Wochen war Suizid ein Thema bei mir. Nicht im direkten Umfeld. Eine bekannte Figur aus Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung hat sich angeblich das Leben genommen. Eine Person, die daran gewöhnt war, ihren tiefsten Abgründen zu begegnen.
Eine Freundin hat darauf einen Freund zitiert, der den gleichen Weg gegangen ist. Er hat davon geschrieben, dass es ihm besser gegangen wäre. Dass er deshalb aus dem Leben scheiden wollte, weil es gerade gut war.

Ich kann das irgendwie nachvollziehen. Und auch nicht.
Für mich war die Option das eigene Leben zu beenden immer da. Und nie ein Plan. Aber gut, es als Option zu haben. Gut, dass es einen Ausweg gibt, wenn’s gar nicht mehr geht.

Ich glaub das ist ein Thema für einen anderen Tag. Das würde jetzt nochmal richtig weit führen.
Und ich mag echt nicht mehr schreiben.
Außerdem ist meine Aufgabe grade über Liebe nachzudenken, nicht über Tod.
Ich war einmal dort, dann muss ich da auch wieder hinkommen, oder?
Oder sollte das nicht das Ziel sein?

Wenn du bis hierhin gelesen hast, bin ich echt beeindruckt.
Ich hoffe, dann lässt du mir auch ein paar deiner Gedanken da.


Danke dir. Und Alles Liebe.